Fliesenleger gesucht

So, die Heizung liegt, der Estrich ist drin – und jetzt geht es bald an die Feinarbeit.

FLIESENLEGEN zum Beispiel.

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Nicht nur, dass man sich dazu für bestimmte Fliesen entscheiden muss – was wir natürlich bisher immer noch nicht getan haben. Nein, man braucht auch jemanden, der sie professionell anbringt.

Dafür nehmen wir Bewerbungen gern entgegen.

Die Stellenausschreibung:

Professionell, schnell, preislich ok, Kaffeetrinker und wenn es sein muss auch Raucher.

Und sonst so?

Bauen ist ziemlich anstrengend. Tausend Entscheidungen treffen, mit unzähligen Menschen reden, Finanzen überwachen und hoffen, dass am Ende alles gut wird…

Bei uns wird es gut – denn liebe Nachbarn: Seit dem Wochenende liegt die Leitung, wo das Wlan am Ende rauskommt.

 

 

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Die Leiden der jungen N.

Mein Kollege fragte mich heute, wie es beim Hausbau läuft – und genau zehn Sekunden später hatte er die Frage bereits bereut.

Seine Antwort: Ach ne. So was sehe ich doch immer im TV. Klingt wie bei jeder Baupfusch-Sendung, die ich so kenne…

Ich schaue kaum TV. Deshalb weiß ich nicht, wovon er redet.

Fakt ist, dass der liebe Bodenplattenbauer zu eifrig war und sein Werk etwas zu hoch gegossen hat. Hinzu kommt, dass der Türeneinbauer offenbar kein Maß bei hatte.

Höhenunterschiede, zu wenig Platz. Und am Ende soll alles der Erdboden sein, der sich gesetzt hat?!

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Stimmt, wir leben ja in Berlin. Da gibt es regelmäßig Erdrutsche, Tornados und tektonische Plattenverschiebungen.

Dennoch: ICH WILL KEINEN SCHIEFEN SCHUH-SCHRANK! Und das Wlan soll auch keine Berge erklimmen müssen, um im nächsten Raum anzukommen.

WIESO kann nicht einfach mal alles so laufen, dass es gut ist?

Mein Kollege würde jetzt sagen: „Dann hättest du ja nix mehr zu pöbeln und mir wäre langweilig.“


Die Bodenplatte steht

… der Wettergott war mit uns!

Die Bodenplatte ist fertig! Zumindest der erste Teil. Jetzt muss sie trocknen… Acht ganze Wochen lang.

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Was als nächstes kommt? Dämmung, Trockenbau, Elektrik und Sanitär…

Doch erst müssen wir die Fragen der lieben Handwerker ordnungsgemäß und nach besten Wissen und Gewissen beantwortet haben.Und das sind ganz viele: Wo sollen die Deckenlampen hin, wo die Steckdosen. Welche Wand soll wie dick sein, wo kommen die Türen hin. Wo die Kloschüssel – und wo die Waschbecken.

AHHHHHHHH!

Wie soll man das denn alles beantworten, wenn da nur eine graue Betonplatte ist?!


Es geht vorwärts

3 Jahre Stillstand – und jetzt ENDLICH mal gute Nachrichten: Es geht vorwärts!

ENDLICH ist die Baulast eingetragen. ENDLICH ist die Baugenehmigung da.

Jetzt heißt es ENDLICH anfangen.

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Ich hätte ja als erstes das Wlan eingerichtet, die Tapete bestimmt und den Schuhschrank aufgestellt. Aber Mann sagt, nein. Erst alte Bodenplatte raus, dann kleiner Schotter und Sand rein – und auf den Bodenplattenbauer warten. Dann Dämmung, Elektrik, Trockenbauer, Sanitär, …

Und irgendwann kommt das Internet.

Das ist der aktuelle Stand.

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Morgen, also am Montag, kommt der liebe Bodenplattenmann. Was soll ich sagen: Ein Frühaufsteher und Original-Berliner. Super Typ!

Das einzige was nicht ganz so super ist, dass er dem Wetter nicht trotzen will. Was sind schon Schnee und Regen? Nun ja, wieder heißt es Daumendrücken und hoffen, dass der Winter fern bleibt.


Service am Kunden

Vorab für alle die Hoffnung auf gute Nachrichten haben: Vergesst es!

Vom „Service-Point“ gibt es keine Nachricht. Weder eine gute noch eine schlechte. Kurz gesagt: Es gibt nicht mal ein Lebenszeichen.

Auf- oder abgerundet haben wir jetzt etwa zehn Mails, einen Brief und rund 60 Anrufe in Richtung Amt abgesendet. Wie viele beantwortet wurden? KEINE/R.

Ist schon traurig!

Dabei wird der Service-Gedanke beim Amt doch so groß geschrieben. Nicht zuletzt werben Stadt und Bezirke sogar auf ihrer Internetseite damit, dass sie ein „Service-Portal“ sind (oben links auf der Seite).

Nun ja. Wir als kleine Bürger können es nicht ändern.

Deshalb heißt für uns weiter: ABWARTEN.

 


Nichts geht mehr

Geduld ist eine Tugend – blablabla.

ICH HABE KEINE GEDULD MEHR!

Seit jetzt fast drei Monaten liegt unser Bauantrag zur Prüfung beim Amt.

Passiert ist – nichts wäre gelogen! Die Sachbearbeiter haben ihre interne Frist verlängert. Das erste Mal präventiv. Das zweite Mal, weil das erste Mal ja nicht ausgereicht hat.

Jetzt läuft die Frist bis Ende Januar 2016.

Das heißt: FÜNF Monate braucht man derzeit im Amt, um einen Bauantrag zu prüfen.

Jetzt mal überlegen, was ich in fünf Monaten so alles machen kann: Wenn ich langsam lese, schaffe ich zehn Bücher (nach Feierabend). Ich kann mit dem Auto einmal quer durch Europa  fahren. Ich könnte vermutlich auch an jeder Haustür in Berlin einmal klingeln und „Hallo“ sagen.

Das ist aber noch nicht mal das Schlimmste: Das Schriftstück zur Frist-Verlängerung hat die Mitarbeiter der Behörde scheinbar so viel Kraft gekostet, dass sie jetzt nicht mal mehr in der Lage sind, ans Telefon zu gehen. Geschweige denn ihre Emails zulesen und den Bürger mal zurückzurufen.

Wieso hat man nicht mal den Arsch in der Hose, dem Bürger zu erklären, warum man ihn so lange zappeln lässt? Es ist eine Unverschämtheit!

Nun ja, für uns bedeutet das: In diesem Jahr geht nichts mehr.

Danke, liebes Amt!


Telefonat mit einer Sachbearbeiterin

SACHBEARBEITERIN: „Bezirksamt Pankow, Frau XXX am Apparat. Guten Tag.“

zu deutsch: Was bilden Sie sich eigentlich ein mich JETZT zu stören.

BÜRGERIN: „Frau XXX sagte, dass sie Ihnen die Unterlagen vor zwei Wochen überstellt hat.“

SACHBEARBEITERIN: „Das sagt sie immer.“ **lacht**

zu deutsch: Jetzt verpfeift die Alte mich auch noch.

BÜRGERIN: „Sind Sie so nett mal nachzuschauen, wie der aktuelle Stand ist?“

SACHBEARBEITERIN: „Ja, wenn Sie Zeit haben gern. Bleiben Sie doch bitte dran.“

zu deutsch: Herrje, jetzt muss ich doch wirklich meine Füße vom Tisch nehmen und mich bewegen.

**Stille**

SACHBEARBEITERIN: „Ja, Ihr Antrag ist eingegangen.“

zu deutsch: Ich habe den Stapel auf meinem Tisch liegen, aber ganz ehrlich, reingeschaut habe ich noch nicht.

BÜRGERIN: „Ihre Kollegin meinte, dass die interne Bearbeitungsfrist am 3. November abläuft. Meinen Sie, dass der Antrag schon früher durch sein könnte.“

SACHBEARBEITERIN stolz und wortwörtlich: „Ich habe ja die Möglichkeit, die Frist zu verlängern. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass ich die Einhaltung schaffe.“

zu deutsch: Das ist mal eine Ansage! Dieser Punkt geht an mich! Hoffentlich lässt sie mich jetzt endlich in Ruhe.

BÜRGERIN: „Achso. Meinen Sie, Sie könnten freundlicherweise vorab mal schauen, ob alles in Ordnung ist? Immerhin wurde der Antrag als solcher ja vor einigen Jahren schon von Ihrer Abteilung geprüft. Damals fehlte die Baulast, die Ihnen jetzt vorliegt.“

SACHBEARBEITERIN: „Ich sehe gerade den Vermerk, dass ich in dieser Sache Rücksprache mit meinem Vorgesetzten halten muss.“

zu deutsch: Hey fuck. Ich habe so einen Hunger, muss erst mal Mittagessen gehen. Natürlich werde ich das jetzt nicht machen.

BÜRGERIN: „Könnten Sie mich informieren, wenn Sie das getan haben?“

SACHBEARBEITERIN: „Natürlich gebe ich Ihnen schnellstmöglichst Bescheid.“

zu deutsch: Ne, das wird mir jetzt zu stressig. Ich glaube ich habe ein Kratzen im Hals, muss zum Arzt.

BÜRGERIN: „Das wäre toll, vielen Dank.“

SACHBEARBEITERIN: „Ich melde mich bei Ihnen.“

zu deutsch: Das habe ich natürlich keinesfalls vor. Aber jetzt habe ich wieder mindestens eine Woche Ruhe vor der. Gut gemacht!

BÜRGERIN: „Dann Ihnen einen schönen Tag noch.“

SACHBEARBEITERIN: „Ja, danke.“ Tututut…

zu deutsch: Gott sei dank, geschafft! Jetzt aber erst einmal Hörer daneben legen. Nicht das noch so ein Bürger auf die Idee kommt, mich anzurufen …

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Leider ist dieses Telefonat wirklich so passiert.

Die Übersetzungen sind frei interpretiert und basieren auf keinerlei beweisbaren Sachverhalten.